Viel Geld, wenig Arbeit & Porsche: 5 Klischees über Hochzeitsfotografen

1. November 2021

Trauung in der Kirche

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis über meinen Beruf als Hochzeitsfotograf erzähle, dann werde ich immer wieder mit Klischees und Mythen konfrontiert. Hochzeitsfotografen verdienen sehr viel Geld, müssen nur Samstags arbeiten und haben generell wenig Talent. Alles Quatsch oder ist da etwas wahres dran? Darum geht es im heutigen Blogpost auf Alex Hochzeitsblog.

Klischee 1: Hochzeitsfotografen verdienen einen Haufen Geld

Ja und Nein. Gute Hochzeitsfotografen verdienen auch gut – so wie es in fast allen Branchen der Fall ist. Doch spätestens die Corona-Krise hat uns gezeigt: Wer sein gesamtes Vermögen ausgibt, steht in der Krise schlecht da. Und wie in der Selbständigkeit üblich, ist ein gewisses Risiko Teil des Berufes.

Zudem gehen von der Vergütung viele Kosten ab, beispielsweise folgende:

  • Steuern und Versicherungsbeiträge
  • Kosten für Equipment und Verschleiß
  • Kosten für die Abnutzung des PKW
  • Zeit und Aufwand für Marketing und Vorabgespräche
  • Risiko-Anteil für Krisen und den auftragsarmen Winter
  • Kosten für die Fotobearbeitung danach

Ihr seht, die Medaille hat eine Kehrseite. Dennoch möchte ich mich nicht beschweren, wer gut ist, verdient auch gut. Also kann ich dieses Klischee mit: Jain beantworten.

Klischee 2: Fotografen müssen nur auf den Auslöser drücken

Das stimmt definitiv nicht! Denn der Hochzeitsfotograf darf keinen wichtigen Moment verpassen, auch in der Hektik auf den Fokus und andere Messwerte achten. Lädt man 100 verschiedene Fotografen ein, wird man 100 verschiedene Versionen von Fotos bekommen – und das ist auch gut so. Jeder Fotograf ist anders talentiert, hat ein anderes Auge, legt auf andere Dinge Wert und bringt letztendlich seine eigene Note ein.

Zudem ist ein guter Fotograf Allroundtalent – er muss sich so vermarkten, dass er gebucht wird, seine Website designen können und BWL-Kenntnisse haben.

Klischee 3: Ohne Ausbildung & Wissen zum Beruf

Tatsächlich brauchen (Hochzeits) Fotografen keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung. Aber: Damit Brautpaare wirklich zufrieden sind, braucht es handwerkliches Talent, langjährige Erfahrung und ein soziales Gespür. Es gilt also: Der oder die beste bekommt die besten Aufträge und das ist in meinen Augen genauso viel Wert wie eine gesetzliche Ausbildung, die in ihrer Qualität schwankt.

Klischee 4: Photoshop macht alles gut

Hat es der Hochzeitsfotograf doch mal versaut, dann gibt es ja noch Photoshop. Falsch! Denn als Beispiel überbelichtete Bilder: Sind diese zu hell, dann gehen Farbinformationen verloren und die Bilder sind dann nicht mehr zu retten. Natürlich lassen sich kleine Fehler richten, aber ebenso zu unscharfe Fotos sind nahezu unbrauchbar – und das trotz Photoshop.

Klischee 5: Gute Hochzeitsfotos sind gestellt

Vielleicht sehen das manche Kollegen so, aber der Trend geht zu natürlichen, echten und authentischen Hochzeitsfotos. Gestellte Posen und kitschige Filter sind eher Relikt aus der Vergangenheit und gehören – zumindest für mich – nicht mehr ins Jahr 2021 und alle weiteren Jahre..

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